

MaiStep
Mainzer Schulprojekt zur Essstörungsprävention

Gibt es so etwas wie „Wahre Schönheit“? Was kann ich meinem Körper Gutes tun? Mit diesen und anderen Fragestellungen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen im Rahmen des Präventionsprogramms MaiStep.
Das Programm fördert Achtsamkeit, Solidarität und allgemeine Kompetenzen im Umgang mit Stress und Belastungen im Alltag von Jugendlichen. Es stärkt die psychische Gesundheit und reduziert nachweislich das Risiko, eine Essstörung zu entwickeln. Nach einer schulinternen Weiterbildung können schulische Fachkräfte das Programm selbstständig an ihrer Schule umsetzen und die fünf interaktiv und erlebnisorientiert gestalteten Doppelstunden direkt in den Regelunterricht integrieren.
Essstörungen wirksam vorbeugen
Essstörungen sind psychische Erkrankungen, die die Betroffenen stark belasten. Oft gehen sie mit schwerwiegenden oder sogar lebensbedrohlichen körperlichen Schäden einher. Umso wichtiger ist es, Essstörungen vorzubeugen, sie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Aufklärung allein hilft jedoch nicht. Es ist belegt, dass die reine Wissensvermittlung und die Abschreckung durch abstoßende Bilder keine präventive Wirkung haben. Im Gegenteil: Die Kenntnis von Symptomen und Verhaltensweisen kann bei bereits gefährdeten Personen sogar die Entstehung einer Essstörung fördern.
Wirksamer ist es, in der Prävention die komplexen individuellen, biologischen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren zu berücksichtigen, die bei der Entstehung von Essstörungen eine Rolle spielen. Als wissenschaftlich anerkannte allgemeine Risikofaktoren gelten unter anderem: ein negatives Bild von der eigenen Person und dem eigenen Körper, medial und gesellschaftlich vermittelte, unrealistische Schönheitsideale sowie fehlende Kompetenzen im Umgang mit Stress und belastenden Lebensereignissen.
Die Förderung eines positiven Selbstbildes, der kritische Umgang mit Schönheitsidealen, die Festigung eines guten Miteinanders und die Stärkung individueller Bewältigungskompetenzen schützen hingegen nachweislich vor der Entwicklung einer Essstörung. Diese Erkenntnis wird im Rahmen von MaiStep genutzt.


Die Lehrkräftefortbildung
In der interaktiven und praktisch orientierten Fortbildung erwerben die teilnehmenden schulischen Fachkräfte zunächst Hintergrundwissen über die verschiedenen Krankheitsbilder im Essstörungsspektrum – deren Entstehung, Entwicklung und Verlauf – und tauschen sich über nützliche Strategien im Umgang mit betroffenen Jugendlichen aus. Im zweiten Teil machen sich die Teilnehmenden mit dem Ablauf, den Inhalten und den Materialien von MaiStep vertraut. In der Schulung wird wie im Programm selbst ein erlebnisorientierter Life-skill-Ansatz verfolgt, sodass die Teilnehmenden bereits hier konkrete Erfahrungen mit den Übungen sammeln können. Die Fortbildung gliedert sich in zwei Teile zu je vier Zeitstunden. Sie wird in der Regel als eintägige schulinterne Schulung angeboten.
Wissenschaftlich bestätigte Wirksamkeit
MaiStep wurde von Psychologinnen und Psychologen der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz ausgearbeitet und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das Programm ist praxiserprobt und wurde nach hohen wissenschaftlichen Standards erfolgreich evaluiert. Es kann nachweislich vor der Entwicklung von Essstörungen schützen und hat damit einen positiven Einfluss auf das gesunde Aufwachsen von Jugendlichen. Darüber hinaus hat MaiStep einen wirtschaftlichen Nebeneffekt: Die Vermeidung von Essstörungen führt zu deutlichen Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem. Eine Auflistung der Forschungsergebnisse finden Sie auf der Internetseite der Universitätsmedizin Mainz.
Neben der KKH unterstützen noch weitere Kooperationspartner MaiStep:
· Die Jugendhilfeorganisation „FEMMA“
· Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie Rheinland-Pfalz
· Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz

Interessiert?
Wenn Sie Interesse an der Umsetzung von „MaiStep“ an Ihrer Schule haben, können Sie sich jederzeit für eine Teilnahme an der Fortbildung bewerben.
Das MaiStep-Team der Universitätsmedizin Mainz bietet regelmäßig Schulungen für Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an. Die Fortbildungen sind für Schulen in Deutschland kostenfrei. Bei einer Umsetzung werden die Materialien für die Schulen gestellt.
Die Fortbildungstermine sowie die Materialienausgabe koordiniert die Universitätsmedizin Mainz. Weitere Informationen zur Fortbildung von Lehrkräften und die entsprechenden Kontaktdaten können Sie dem Flyer entnehmen. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an: praevention@kkh.de.
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